MAX KORN

Google Search Console einrichten und Daten verstehen

Google Search Console einrichten ohne Tracking-Code: welche Property, was Klicks, Impressionen und Position zeigen, wann „nicht indexiert“ ein Problem ist.

Bildschirm im Büro eines Optikers zeigt den Leistungsbericht der Google Search Console mit Klicks, Impressionen und Suchanfragen

Taucht deine Website bei Google überhaupt auf, und wenn ja, bei welchen Suchen? Genau das zeigt dir die Google Search Console, ohne dass du einen Tracking-Code auf deiner Website einbauen musst. Wie richtest du sie richtig ein, und was liest du danach aus den Zahlen?

Richte die Google Search Console als Domain-Property in deinem eigenen Google-Konto ein. Das lohnt sich für jede Website, die über Google gefunden werden soll. Du siehst dann, bei welchen Suchen deine Website erscheint, wie oft sie angeklickt wird und ob Google deine wichtigen Seiten überhaupt kennt.

Die Einrichtung besteht aus wenigen Entscheidungen. Die Zahlen richtig zu lesen, ist der größere Teil der Arbeit, und dafür brauchst du erst ein paar Wochen Daten.

So richtest du die Search Console richtig ein

Zuerst legst du eine Property an. So heißt der Bereich deiner Website, den die Search Console auswertet. Die Domain-Property ist die bessere Standardwahl, weil sie laut Google alle Varianten deiner Domain in einer Property erfasst. Bestätigt wird sie über einen DNS-Eintrag, einen kurzen Text, den du oder dein Hoster in den Einstellungen deiner Domain hinterlegt.

Domain-Property URL-Präfix-Property
Was sie erfasst alle Subdomains, mit und ohne www, http und https nur Adressen mit genau diesem Anfang, inklusive Protokoll
Bestätigung nur per DNS-Eintrag mehrere Wege, etwa HTML-Datei oder Meta-Tag
Wann du sie wählst als Standard, wenn du Zugang zu den DNS-Einstellungen hast wenn du keinen DNS-Zugang bekommst

Laut Google beginnt die Datenerfassung, sobald du die Property hinzufügst. Richte sie deshalb jetzt ein, auch wenn ein Relaunch erst geplant ist. Leg sie in deinem eigenen Google-Konto an und trag deinen Webdesigner oder deine Agentur als zusätzlichen Nutzer ein. So behältst du Zugriff und Verlauf, wenn du den Dienstleister wechselst.

Die Bestätigung gilt laut Google nur so lange, wie die Search Console das Bestätigungstoken findet. Das Token ist der Nachweis selbst: der DNS-Eintrag, die HTML-Datei oder das Meta-Tag. Bei einem Relaunch, einem CMS- oder Hosterwechsel können Datei und Meta-Tag verschwinden, ohne dass es jemand merkt. Ein DNS-Eintrag hängt an der Domain und übersteht solche Wechsel eher.

Zusätzlich kannst du eine Sitemap einreichen, eine Liste deiner Seiten für Google. Laut Google ist das optional.

Beim Datenschutz hat die Search Console einen klaren Vorteil. Sie braucht kein Skript und kein Cookie auf deiner Website, denn die Daten stammen aus der Google-Suche selbst. Datenschutzfachleute kamen 2022 deshalb zu der Einschätzung, dass du als Betreiber dabei keine personenbezogenen Daten verarbeitest. Das ist eine Fachmeinung, keine Entscheidung einer Behörde.

Bestätige die Property deshalb per DNS, Datei oder Meta-Tag. Die Wege über Google Analytics oder den Tag Manager setzen voraus, dass diese Tools auf deiner Website laufen. Dann hast du das Tracking doch auf der Seite.

Was Klicks, Impressionen, CTR und Position wirklich bedeuten

Der Leistungsbericht zeigt vier Kennzahlen. Eine Impression zählt, wenn ein Link zu deiner Website in den Suchergebnissen potenziell gesehen werden konnte. Ein Klick zählt nur, wenn jemand wirklich auf dein Ergebnis klickt und nicht bloß seine Suche innerhalb von Google verfeinert. Die CTR (Klickrate) ist das Verhältnis von Klicks zu Impressionen.

Am häufigsten missverstanden wird die durchschnittliche Position. Google nimmt pro Suche das höchste Ergebnis deiner Website und bildet daraus einen Durchschnitt.

Sagen wir, deine Website steht im Schnitt auf Position 8. Dann kann eine Seite bei einer Suche ganz oben stehen und bei einer anderen weit hinten. Lies die Position deshalb immer zusammen mit der Suchanfrage, nicht als Gesamtwert.

Am meisten erfährst du aus den Tabellen nach Suchanfrage und nach Seite. Filtern kannst du außerdem nach Land, Gerät, Darstellung in der Suche und Datum.

Als Suchtyp bleibst du bei „Web“. Dort zählen laut Google auch Auftritte in KI-Übersichten und im KI-Modus mit. Für diese Auftritte gibt es einen eigenen Bericht. Wie du ihn liest, steht im Artikel darüber, ob deine Website in Googles KI-Antworten auftaucht.

Drei Grenzen der Daten solltest du kennen:

  • Die Daten der letzten Tage können vorläufig sein und sich noch ändern.
  • Seltene Suchanfragen anonymisiert Google aus Datenschutzgründen. Die Tabelle der Suchanfragen ergibt deshalb nie ganz die Gesamtsumme.
  • Der Verlauf reicht etwa 16 Monate zurück.

Vor allem misst die Search Console nur, was vor dem Klick passiert. Was Besucher danach auf deiner Website tun und ob daraus Anfragen werden, siehst du in der Search Console nicht.

Drei Muster, die du nach vier Wochen erkennen kannst

Nach etwa vier Wochen hast du genug Daten, um nach Mustern zu suchen. Vergleich deine Seiten untereinander und mit früheren Zeiträumen. Pauschale Richtwerte für eine „gute“ Klickrate helfen dir dabei nicht.

Viele Impressionen, kaum Klicks

Deine Seite erscheint oft, wird aber selten angeklickt. Dafür gibt es drei übliche Gründe: Titel und Beschreibung im Suchergebnis überzeugen nicht, die Seite taucht bei Suchen auf, zu denen sie nicht passt, oder sie steht zu weit hinten.

Filter nach der Seite und schau dir an, welche Suchanfragen dahinterstehen. Passen die Suchen zur Seite, überarbeitest du Titel und Beschreibung. Passen sie nicht, liegt es nicht an der Seite.

Die Klicks sinken

Vergleiche zwei Zeiträume und achte auf Position und Impressionen. Fällt die Position, hat deine Website Sichtbarkeit verloren. Bleibt sie stabil und sinken nur die Impressionen, wird weniger gesucht, etwa saisonal. Im ersten Fall liegt die Ursache bei der Website, im zweiten meist nicht.

Seit November 2025 kannst du im Diagramm eigene Anmerkungen setzen. Markier damit einen Relaunch oder größere Änderungen, dann ordnest du spätere Verläufe richtig zu.

Fast nur Suchen nach deinem Firmennamen

Dann finden dich vor allem Leute, die dich schon kennen, und über Suchen nach deinen Leistungen kommen kaum neue Besucher. Google bietet seit November 2025 einen Filter für Markensuchanfragen, allerdings nur für Websites mit genug Markensuchen. Fehlt er bei dir, gehst du die Suchanfragen selbst durch und trennst Firmenname von Leistungssuchen. Bestätigt sich das Bild, such als Nächstes nach den Ursachen für die fehlenden Anfragen.

Nicht indexiert heißt nicht automatisch Problem

Der Bericht zur Seitenindexierung listet indexierte und nicht indexierte Adressen, jeweils mit Grund. Eine lange Liste nicht indexierter Seiten sagt allein wenig. Google stellt selbst klar, dass nicht jede Seite indexiert sein muss. Es kommt darauf an, welche Seiten fehlen.

noindex ist eine Anweisung in der Seite, sie nicht in die Suche aufzunehmen. Die robots.txt ist eine Datei, die Google den Zugriff auf Bereiche der Website verbietet.

Grund im Bericht Normal, wenn … Handeln, wenn …
noindex die Seite bewusst ausgeschlossen ist, etwa eine Danke-Seite Startseite, Leistungs- oder Kontaktseite betroffen ist
durch robots.txt blockiert interne Bereiche gesperrt sind wichtige Seiten gesperrt sind
Weiterleitung alte Adressen auf neue zeigen –
Duplikat, andere kanonische URL Google eine Variante derselben Seite gewählt hat eine eigenständige Seite als Duplikat gilt
404 die Seite absichtlich gelöscht wurde die Seite noch verlinkt ist oder es sie geben sollte
Soft 404, Serverfehler (5xx) – eine wichtige Seite betroffen ist

Nach einem Relaunch kann ein noindex aus der Testphase oder eine Sperre in der robots.txt versehentlich stehen bleiben. Prüf die rechte Spalte deshalb nach jeder größeren Änderung.

Neue Inhalte brauchen laut Google Tage bis Wochen, bis sie im Index sind. Hast du einen Fehler behoben, startest du im Bericht die Validierung. Sie dauert meist etwa zwei Wochen.

Für eine einzelne Seite nimmst du die URL-Prüfung. Sie zeigt, ob die Adresse bei Google ist, und prüft per Live-Test den aktuellen Stand. Dort kannst du auch die Indexierung beantragen. Laut Google dauert das meist etwa einen Tag, ist aber nicht garantiert.

Die Zahl solcher Anfragen pro Tag ist außerdem begrenzt. Für den Überblick bleibt der Bericht zur Seitenindexierung das richtige Werkzeug. Fehlen wichtige Seiten wegen Serverfehlern oder einer Blockierung und findest du die Ursache nicht selbst in deinem CMS, gib das an deinen Webdesigner oder Hoster.

Dein Plan: heute einrichten, in vier Wochen hinschauen

  • Heute legst du die Domain-Property in deinem Google-Konto an, bestätigst sie per DNS und trägst deinen Dienstleister als Nutzer ein. Achte darauf, dass du die E-Mail-Adresse dieses Kontos auch liest, denn darüber meldet Google Probleme.
  • In vier Wochen öffnest du den Leistungsbericht, gehst Suchanfragen und Seiten durch und prüfst die drei Muster. Dazu kontrollierst du, ob Startseite, Leistungsseiten und Kontaktseite indexiert sind.
  • Danach reicht laut Google ein Blick etwa einmal im Monat oder nach Änderungen an deinen Inhalten. Täglich musst du nicht hineinschauen.

Wenn die Berichte Probleme zeigen, die du nicht selbst lösen kannst, schaue ich sie mir gern mit dir an.

Weiterlesen im Ratgeber

Alle Artikel