Du willst ein Google-Unternehmensprofil erstellen. Google gibt dir dafür feste Felder vor, und beim Ausfüllen fragst du dich, ob du daneben überhaupt noch eine eigene Website brauchst.
Als lokaler Betrieb brauchst du beides. Über das Profil finden dich Menschen in Google Maps und in der lokalen Suche. Die Website erklärt ihnen, warum sie gerade dich beauftragen sollten.
Allein trägt das Profil nur, solange deine Kundschaft kaum mehr wissen will als Adresse, Öffnungszeiten und Telefonnummer. Und selbst dann baust du auf eine Plattform, deren Funktionen und Regeln du nicht bestimmst.
Diese Felder füllst du im Profil aus
Beim Anlegen trägst du dieselben Angaben ein, die du später pflegst. Schau dafür auf dein Schild, dein Briefpapier und deine Website, damit alle Angaben von Anfang an übereinstimmen. Laut Google-Hilfe hat das Profil unter anderem diese Felder:
- Den Namen trägst du so ein, wie er auf Schild und Briefpapier steht, ohne Slogan und ohne Ortszusatz. So verlangen es Googles Richtlinien.
- Bei den Kategorien hast du bis zu zehn. Nimm die Kategorien, die zu den Leistungen auf deiner Website passen.
- Adresse oder Servicegebiet stehen im Profil genau so wie im Impressum und im Footer deiner Website.
- Zu den Öffnungszeiten kommen Sonderöffnungszeiten für Feiertage und Betriebsurlaub.
- Als Telefonnummer gehört die rein, unter der du zu diesen Zeiten auch erreichbar bist.
- Laut Googles Richtlinien soll der Link im Website-Feld auf eine Website führen, die deinen Standort repräsentiert, und nicht auf Social-Media- oder Drittseiten weiterleiten. Bei einem einzigen Standort ist das meist deine Startseite. Eine Facebook-Seite fällt damit aus.
- Fotos haben ein eigenes Feld, je nach Branche auch Leistungen oder Produkte.
- Für die freie Beschreibung bleiben höchstens 750 Zeichen. Das reicht für eine kurze Vorstellung, aber nicht für Ablauf, Preise und Referenzen.
Wer deine Website technisch betreut, kann Angaben wie die Öffnungszeiten zusätzlich als strukturierte Daten vom Typ LocalBusiness hinterlegen. Das ist ein maschinenlesbarer Steckbrief im Code der Seite, den Google auslesen kann.
Was das Profil kann und was nur deine Website kann
Die festen Felder sind auch die Grenze des Profils.
| Aufgabe | Google-Profil | Eigene Website |
|---|---|---|
| In Maps und lokaler Suche erscheinen | seine Hauptaufgabe | erscheint in der normalen Suche, nicht als Karteneintrag |
| Öffnungszeiten und Route | direkt im Eintrag | als Ergänzung |
| Anruf mit einem Tipp | über den Anruf-Button | wenn die Nummer als Link eingebaut ist |
| Bewertungen als Beleg | ja, aber nicht von dir steuerbar | nur, was du selbst zeigst |
| Leistungen und Ablauf erklären | knapp, in festen Feldern | so ausführlich wie nötig |
| Preise und Referenzen einordnen | kaum möglich | ja |
| Anfrage stellen | je nach Kategorie ein Terminlink | Formular, Telefon, E-Mail nach deiner Wahl |
| Inhalte und Gestaltung bestimmen | Google legt Felder und Regeln fest | du |
Nehmen wir an, ein Elektrobetrieb bietet Photovoltaik, Ladestationen für E-Autos und Elektrik in der Altbausanierung an. Im Profil stehen diese Leistungen als Stichworte. Wer eine Photovoltaikanlage plant, will aber mehr wissen. Wie laufen Beratung, Planung und Montage ab, und welche Anlagen hat der Betrieb schon gebaut?
Der Betrieb lässt die Stichworte im Profil stehen und erklärt jede der drei Leistungen auf der Website mit Ablauf und Beispielen fertiger Arbeiten. Für so etwas ist die Beschreibung im Profil zu kurz.
Bleibt die Frage, wie du lokal bei Google gefunden wirst. Laut Google hängen lokale Ergebnisse vor allem von drei Faktoren ab: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. In die Bekanntheit fließen unter anderem Bewertungen und die Zahl der Websites ein, die auf deinen Betrieb verlinken.
Ein besseres Ranking lässt sich laut Google nicht einfordern, auch nicht gegen Bezahlung. Vollständige und korrekte Angaben sind deshalb eine Voraussetzung, keine Garantie. Wer dir einen festen Platz in Maps zusichert, kann das nicht halten.
Wann das Profil allein reicht
Übergangsweise kann das Profil allein reichen, etwa direkt nach der Gründung. Oder bei einem Angebot, das kaum Erklärung braucht und vor allem Laufkundschaft anzieht, wie ein Imbiss oder ein Kiosk.
Sobald Kunden Angebote vergleichen oder Fragen zu Ablauf, Leistung oder Preis haben, brauchst du die Website. Genauso, wenn du Aufträge über Anfragen gewinnst.
Was du im Profil nicht in der Hand hast
Wie wenig du im Profil selbst bestimmst, zeigt Googles eigener Website-Baukasten. Die mit dem Unternehmensprofil erstellten Websites unter business.site sind laut Google seit dem 5. März 2024 nicht mehr verfügbar. Die Weiterleitung auf das Profil lief noch bis zum 10. Juni 2024.
Die alten business.site-Adressen hat Google aus dem Website-Feld entfernt. Google selbst empfiehlt, eine Website mit anderen Tools zu erstellen und im Profil einzutragen. Auch innerhalb des Profils ändern sich Funktionen: Chat und Anrufverlauf gibt es dort seit dem 31. Juli 2024 nicht mehr.
Verstößt dein Profil gegen Googles Richtlinien, kann Google es sperren oder deaktivieren. Dann ist es nicht mehr öffentlich sichtbar, und du kannst es nicht mehr bearbeiten. Reaktivieren lässt sich ein Profil per Einspruch mit Nachweisen.
Auch bei Bewertungen hast du nicht das letzte Wort. Melden kannst du sie. Google entfernt aber nur Bewertungen, die gegen die Richtlinien verstoßen. Für Interessenten sind Bewertungen ein wertvoller Beleg, aber sie gehören nicht dir.
Wenn du das Profil nicht verwaltest, ändert es sich trotzdem
Google aktualisiert Profile auch mit Informationen aus anderen Quellen, darunter Änderungsvorschläge von Nutzern. Reagierst du auf einen Vorschlag nicht innerhalb von vier Tagen, kann Google die Änderung automatisch veröffentlichen, wenn andere öffentliche Informationen sie bestätigen. Eine solche Bestätigung kann zum Beispiel deine Website liefern.
Wenn auf deiner Website noch die alte Telefonnummer steht oder die Öffnungszeiten vom Vorjahr im Footer hängen, kann genau das einen falschen Vorschlag bestätigen. Eine aktuelle Website liefert dagegen keine Grundlage für falsche Angaben. Wenn sich später eine Angabe ändert, pass sie deshalb am selben Tag im Profil und auf der Website an. Sonst entsteht die Lücke, über die falsche Vorschläge ins Profil kommen.
Wenn du dein Profil nie übernommen hast oder lange nicht drin warst, fang im Profil-Editor an. Dort erscheinen Änderungen, die Google vorgenommen hat, blau markiert. Prüf jede davon gegen deine tatsächlichen Angaben.
Bei der Gelegenheit siehst du auch, welche Bewertungen noch keine Antwort haben. Eine kurze und sachliche Antwort zeigt Interessenten, dass jemand das Profil im Blick hat.
Bringt das Profil überhaupt etwas?
Ob das Profil etwas bringt, musst du nicht aus fremden Statistiken ableiten. Die Leistungsansicht im Profil zeigt dir für einen gewählten Zeitraum Anrufe über den Anruf-Button, Website-Klicks und Routenanfragen. Dazu kommen die Suchbegriffe, über die man dich gefunden hat. Kommen Website-Klicks an, aber kaum Anfragen, liegt das Problem eher auf der Website als im Profil.
Wenn du noch keine Website hast, ist der Umfang die nächste Frage. Klär anhand deiner Leistungen, ob für deinen Betrieb ein Onepager reicht oder jede Leistung eine eigene Seite braucht. Willst du die Website nicht selbst umsetzen, schick mir die Leistungen aus deinem Profil als Ausgangspunkt für ein Gespräch.

