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SEO für kleine Unternehmen: was du selbst machen kannst

SEO für kleine Unternehmen ohne Agentur: die fünf Grundlagen, auf die es ankommt, was du dir sparen kannst und wo das Selbermachen endet.

Ein Mann schreibt im Lagerbüro eines Eventtechnik-Verleihs Kundenfragen wie „Was kostet …?“ und „Auch nach Göttingen?“ an ein Whiteboard

Deine Website ist online, aber bei Google taucht sie kaum auf. Kannst du SEO für dein kleines Unternehmen selbst machen, oder brauchst du dafür eine Agentur?

Den größten Teil ja. Laut Google können kleine lokale Unternehmen wahrscheinlich den Großteil der Arbeit selbst übernehmen. Eine bestimmte Platzierung kann dir dabei niemand versprechen. Platz eins bei Google kann laut derselben Seite niemand garantieren.

Bei SEO für kleine Unternehmen kommt es auf wenige Grundlagen an, nicht auf jeden Tipp aus dem Netz. Eine Grenze gibt es nur bei der Technik. Ab da holst du besser jemanden dazu.

Eine eigene Seite für jede Leistung

Fang bei der Struktur deiner Website an, nicht bei einem Keyword-Tool. Laut Google sollen Inhalte die Begriffe vorwegnehmen, mit denen Menschen suchen. Eine Seite, auf der fünf Leistungen in je zwei Sätzen stehen, kann diese Begriffe kaum abdecken. Dazu kommt, dass deine Kunden oft mit anderen Wörtern suchen als du.

Sagen wir, ein Eventtechnik-Verleih nennt Tonanlagen, Licht und Bühnen nur als Aufzählung auf der Startseite. Wer „Musikanlage für Hochzeit mieten“ sucht, findet bei diesem Verleih keine Seite, die genau das beantwortet. Gib jeder Leistung eine eigene Seite. Dann hat sie eine eigene Adresse, einen eigenen Titel und Platz für die passenden Antworten.

Google empfiehlt in seinen Search Essentials, relevante Begriffe an prominente Stellen zu setzen: in den Titel, in Überschriften und in den Alt-Text von Bildern. Der Alt-Text ist die Textbeschreibung eines Bildes im Seitencode. Schreib deine Leistungen auf und notier daneben, ob jede eine eigene Seite hat.

Titel und Beschreibung sagen, was auf der Seite steht

Der Titel ist die anklickbare Überschrift im Suchergebnis. Die Beschreibung ist dein Vorschlag für den kurzen Text darunter. Laut Google braucht jede Seite einen eindeutigen, klaren Titel und eine eigene kurze Beschreibung. Listen von Suchbegriffen und wiederholte Wörter helfen dabei nicht.

Google übernimmt Titel und Beschreibung nicht unbedingt. Den Titel im Suchergebnis bildet Google aus mehreren Quellen, etwa dem Seitentitel und der Hauptüberschrift. Wenn dein Titel ungenau oder überladen ist, kann Google ihn ersetzen.

Den Vorschautext baut Google meist aus dem Seiteninhalt. Deine Beschreibung nimmt Google nur manchmal, nämlich wenn sie die Seite genauer beschreibt. Der Inhalt der Seite zählt deshalb mehr als eine ausgefeilte Beschreibung.

Für Titel und Beschreibung reicht eine einfache Regel. Der Titel nennt die Leistung, den Ort oder die Zielgruppe und deinen Firmennamen. Die Beschreibung sagt in einem Satz, was Besucher auf dieser Seite finden. Kein Titel und keine Beschreibung darf auf zwei Seiten gleich lauten.

Was gehört auf eine Leistungsseite?

Was auf eine Leistungsseite gehört, weißt du schon aus deinen Kundengesprächen. Kunden stellen am Telefon oder im Erstgespräch meist dieselben Fragen. Wie läuft der Auftrag ab? Was muss vorbereitet sein? In welchem Gebiet arbeitest du? Wie lange dauert es, und was ist im Angebot enthalten?

Die Antworten auf solche Fragen enthalten fast von selbst die Begriffe, mit denen Menschen suchen. Google empfiehlt Inhalte, die Menschen einen eigenen Mehrwert bieten.

Als Warnsignal nennt Google ausdrücklich, auf eine bestimmte Wortanzahl hinzuschreiben. Eine bevorzugte Länge gibt es laut Google nicht. Eine Leistungsseite ist also lang genug, wenn sie die Fragen zu dieser Leistung beantwortet.

Notier eine Woche lang jede Kundenfrage und ordne sie der passenden Leistungsseite zu. Wenn eine Frage zu keiner Seite passt, fehlt dir vielleicht eine.

Ort, Kontaktdaten und Unternehmensprofil

Wenn du für Kunden in deiner Region arbeitest, gehören die Angaben auf deiner Website und dein Google Unternehmensprofil zusammen. Laut Google beruhen lokale Suchergebnisse vor allem auf Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Ein besseres Ranking in der lokalen Suche kannst du nicht kaufen.

Für den Anfang reichen diese Punkte:

  • Dein Firmenname und deine Kontaktdaten stehen korrekt auf der Website.
  • Du hast dein Unternehmensprofil beansprucht und bestätigt, und die Angaben darin sind vollständig.
  • Die Hauptkategorie im Profil beschreibt deinen Betrieb so genau wie möglich.
  • Du beantwortest Rezensionen, die Kunden in deinem Profil hinterlassen.

Strukturierte Daten, also maschinenlesbare Firmenangaben im Code, sind laut Google optional. Verzichte dagegen auf lange Ortslisten, die nur für Google auf jeder Seite stehen. Unnatürlich wiederholte Städte- und Regionsnamen nennt Google in seinen Spamrichtlinien als Beispiel für Keyword-Stuffing, also das Vollstopfen einer Seite mit Suchbegriffen.

Technische Basis prüfen, nicht basteln

Technisch geht es bei einer kleinen Firmenwebsite vor allem um eine Frage. Kann Google deine Seiten erreichen und über Links finden? Dazu gehört laut Google, dass Links crawlbar sind, Google ihnen also folgen kann.

Ob Google eine bestimmte Seite erreichen kann, zeigt dir das URL-Prüftool in der Search Console, Googles Werkzeug für Websitebetreiber. Wenn es Probleme beim Abrufen deiner Seiten oder bei der Aufnahme in den Suchindex gibt, schickt die Search Console registrierten Nutzern eine E-Mail.

Ein Lighthouse-Bericht prüft in seiner SEO-Kategorie technische Grundlagen einer einzelnen Seite. Dazu gehören etwa Meta-Beschreibung, Linktext, HTTP-Status und robots.txt. Lies den Bericht als Fehlerliste. Jeder gemeldete Punkt ist ein Hinweis, den du prüfen oder weitergeben kannst.

Hier endet das Selbermachen. Weiterleitungen, Indexierungsregeln, ein Relaunch oder ein Domainwechsel gehören in erfahrene Hände. Dasselbe gilt für die robots.txt, die Suchmaschinen sagt, welche Bereiche sie abrufen sollen. Ein Fehler an diesen Stellen kann ganze Seiten aus der Suche nehmen.

Prüfen und Probleme melden kannst du selbst. Wenn die Prüfung grundlegende Mängel zeigt, stellt sich die Frage, ob Optimieren reicht oder ein Relaunch sinnvoller ist.

Was du dir sparen kannst

Einige verbreitete Ratschläge kosten Zeit, ohne dass Google sie verlangt. Laut Googles Dokumentation gilt:

  • Eine Keyword-Dichte musst du nicht ausrechnen. Google nennt dafür keinen Zielwert, und übermäßig wiederholte Suchbegriffe verstoßen gegen die Spamrichtlinien.
  • Meta-Keywords, ein unsichtbares Feld für Suchbegriffe im Seitencode, nutzt Google laut seinem SEO-Leitfaden für Einsteiger nicht.
  • Doppelte Inhalte, etwa gleiche Textbausteine auf mehreren Seiten, führen laut demselben Leitfaden nicht zu einer Abstrafung.
  • Eine Wortzahl als Ziel kannst du dir aus dem Grund sparen, der oben bei den Kundenfragen steht.

Auch Punktzahlen von Lighthouse, PageSpeed oder die Ampeln in SEO-Plugins sind kein Ziel an sich. Laut Google garantieren gute Werte, etwa im Bericht zu den Core Web Vitals, keine Top-Platzierung. Ein Inhalt, der besser zur Suche passt, kann schwächere Werte bei der Nutzerfreundlichkeit aufwiegen.

Sparen kannst du dir auch SEO-Angebote, die ungefragt per E-Mail reinkommen oder dir Platzierungen garantieren. Beides nennt Google als Warnsignal.

Fang mit der Search Console und drei Seiten an

Richte die Search Console ein und bestätige dort, dass die Website dir gehört. Diesen Schritt empfiehlt Google auch, damit deine Unternehmensangaben korrekt erscheinen. Wenn dir die Zeit fehlt, kann das dein Webdienstleister übernehmen.

Auch Google hält es für möglich, dass Kleinunternehmer mit wenig Zeit die Search Console nicht selbst bedienen. Die Grundlagen solltest du trotzdem kennen. Wenn die Search Console eingerichtet ist, gehst du so vor:

  1. Öffne den Leistungsbericht. Er zeigt Klicks, Impressionen, Klickrate und die durchschnittliche Position. Filtern kannst du nach Suchanfrage und Seite. Impressionen zählen, wie oft eine Seite in den Suchergebnissen aufgetaucht ist.
  2. Wähle drei Seiten. Seiten mit vielen Impressionen, aber wenigen Klicks sind Kandidaten für bessere Titel und Beschreibungen. Wenn eine Seite zu Suchanfragen erscheint, die nicht zu ihr passen, ist ihr Inhalt vermutlich nicht klar genug. Bei einer neuen Website ohne Daten nimmst du die drei wichtigsten Leistungsseiten.
  3. Überarbeite diese drei Seiten nach den Punkten von oben. Eine Leistung pro Seite, ein eindeutiger Titel, eine eigene Beschreibung und die Antworten auf Kundenfragen. Prüf danach jede Seite mit dem URL-Prüftool.
  4. Gib den Änderungen Zeit. Laut Google können sie Stunden bis Monate brauchen, einige Wochen Abwarten sind meist sinnvoll. Danach reicht ein Blick in die Search Console etwa einmal im Monat.

Wenn deine Website gefunden wird und trotzdem kaum Anfragen bringt, liegt das Problem nicht an der Sichtbarkeit, sondern an den Seiten selbst. Dann hilft dir kein weiterer SEO-Schritt. Frag dich lieber, warum Besucher sich nicht melden.

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