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Struktur einer Website: Welche Seiten deine Firma braucht

Struktur einer Website: Pflichtseiten, vier Kernseiten und Zusatzseiten mit der Bedingung, wann sie sich lohnen. Mit Vorlage für deine eigene Seitenliste.

Haftnotizen an der Werkstattwand zeigen die Seitenstruktur einer Schreinerei-Website, ein Zettel „Blog“ liegt zerknüllt auf der Werkbank

Du planst deine Firmenwebsite, und das Menü ist noch leer. Welche Seiten gehören da rein, und welche machen nur Arbeit?

Eine kleine Firmenwebsite kommt meist mit sechs Seiten aus. Das sind Startseite, Leistungen, Über mich oder Über uns und Kontakt, dazu Impressum und Datenschutzerklärung. Jede weitere Seite kommt nur dazu, wenn eine klare Bedingung erfüllt ist und jemand sie pflegt. Eine Referenzseite ohne freigegebene Projekte oder ein Blog mit zwei alten Beiträgen macht Arbeit und nützt niemandem.

Mehr Struktur braucht die Website eines kleinen Betriebs am Anfang nicht. Impressum und Datenschutzerklärung sind Pflicht. Die anderen vier machen die eigentliche Arbeit: Sie sagen Besuchern, was du anbietest, wer du bist und wie sie dich erreichen.

Welche Seiten Pflicht sind

Das Impressum ist die erste Pflichtseite. Die Pflicht steht in § 5 DDG und gilt für geschäftsmäßige, in der Regel gegen Entgelt angebotene digitale Dienste. Die Angaben müssen leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sein.

Rein gehören unter anderem Name, Anschrift, Rechtsform und Vertretungsberechtigte. Dazu kommen Angaben, über die man dich schnell elektronisch erreicht, etwa eine E-Mail-Adresse. Je nach Fall ergänzt du Register-, Kammer- und Steuerangaben.

Die Datenschutzerklärung bekommt eine eigene Unterseite mit einem eigenen Link „Datenschutz“ oder „Datenschutzerklärung“. So empfiehlt es die IHK Wiesbaden.

Was in der Datenschutzerklärung steht, ergibt sich unter anderem aus Art. 13 DSGVO. Die Erklärung nennt den Verantwortlichen sowie Zwecke und Rechtsgrundlagen der Datenverarbeitung. Außerdem stehen dort die Empfänger, die Speicherdauer und die Rechte der Besucher bis hin zum Beschwerderecht.

Einen Text für alle gibt es deshalb nicht. Kontaktformular, Hosting und eingebundene Drittanbieter bestimmen, was in deiner Datenschutzerklärung stehen muss. Drittanbieter stecken etwa hinter einer eingebetteten Karte oder einem Video.

Beide Seiten verlinkst du im Footer. Laut eRecht24 hat der BGH ein Impressum als ausreichend angesehen, das über zwei Links („Kontakt“ und „Impressum“) erreichbar ist. Nur in den AGB zu stehen reicht dagegen nicht.

Weitere Pflichtseiten hängen von deinem Geschäft ab:

  • AGB und Widerrufsbelehrung werden erst ein Thema, wenn du online Verträge mit Verbrauchern schließt, etwa über einen Shop. Die IHK Wiesbaden nennt sie im Zusammenhang mit Online-Shops.
  • Eine Barrierefreiheitserklärung kommt nur infrage, wenn das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) für dich gilt. Es gilt seit dem 28. Juni 2025 für bestimmte Produkte und Dienstleistungen, unter anderem im elektronischen Geschäftsverkehr mit Verbrauchern.
  • Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen erbringen, sind vom BFSG ausgenommen. Ob reine Info-Websites ohne Buchungs- oder Vertragsfunktion darunterfallen, wird unterschiedlich beurteilt. Bietest du zum Beispiel verbindliche Online-Buchungen an, lass deinen Fall rechtlich prüfen.

Bei einem Relaunch lohnt sich ein Blick in die alten Rechtstexte. Seit dem 14. Mai 2024 ersetzt das Digitale-Dienste-Gesetz (DDG) das Telemediengesetz. Die Impressumspflicht ist inhaltlich gleich geblieben, Verweise auf § 5 TMG sind aber veraltet.

Steht in deinem Impressum noch ein Link auf die EU-Plattform zur Online-Streitbeilegung, nimm ihn raus. Die Plattform ist seit dem 20. Juli 2025 eingestellt. Die Hinweise zur Verbraucherschlichtung bleiben für Verträge mit Verbrauchern bestehen.

Die vier Kernseiten und ihre Aufgabe

Jede Kernseite beantwortet eine bestimmte Frage deiner Besucher und führt zu einer Handlung. Daran misst du später auch jeden Text.

Die Startseite zeigt auf den ersten Blick, was du anbietest, für wen und wo. Von hier führen die Wege zu den Leistungen und zum Kontakt. Firmengeschichte und lange Begrüßungen gehören nicht an den Anfang.

Auf der Leistungsseite fragt sich der Besucher: Kannst du genau mein Problem lösen, und wie läuft das ab? Beschreib Ablauf, Voraussetzungen und Einsatzgebiet. Ganz unten gehört eine Anfragemöglichkeit zu genau dieser Leistung hin.

Über mich oder Über uns beantwortet, wer dahintersteckt und ob man dir vertrauen kann. Personen, Qualifikation und Arbeitsweise zählen dabei mehr als eine Firmenchronik ohne Bezug zum Kunden. Arbeitest du allein, heißt die Seite „Über mich“ und zeigt dich als Person.

Die Kontaktseite sagt, wie man dich am einfachsten erreicht. Dazu gehören Telefon und E-Mail, bei Bedarf ein Formular, außerdem Adresse oder Einzugsgebiet. Der Kontakt muss von jeder Seite aus erreichbar sein, etwa über das Menü und am Ende jeder Leistungsseite.

Wann eine Leistung eine eigene Seite bekommt

Eine Leistung verdient eine eigene Seite, wenn sie eine eigene Zielgruppe hat, wenn Leute gezielt nach ihr suchen oder wenn sie einen eigenen Ablauf und ein eigenes Angebot hat. Leistungen, die dieselben Kunden zusammen buchen und die sich kaum unterscheiden, kannst du bündeln. Die Einzelseiten ordnest du unter „Leistungen“ ein. Das ist auch schon der Aufbau deiner Website: oben die Hauptbereiche, darunter die einzelnen Leistungen.

Google rät, thematisch ähnliche Seiten so zu gruppieren, weil die Organisation der Inhalte das Crawling beeinflussen kann. Beim Crawling durchsucht Google deine Website.

Nehmen wir an, ein Garten- und Landschaftsbauer bietet Gartenplanung, Zaunbau und Gartenpflege an. Die Gartenplanung bekommt eine eigene Seite, weil Interessenten gezielt danach suchen und viele Fragen zum Ablauf haben. Baut der Betrieb Zäune auch ohne Gartenplanung, bekommen die ebenfalls eine eigene Seite. Sonst reicht ein Abschnitt auf der Seite zur Gartenplanung. Rasen, Hecken und Baumschnitt landen auf einer gemeinsamen Seite zur Gartenpflege.

Die Liste funktioniert auch, wenn alles auf einer einzigen Seite steht. Dann werden aus den Kernseiten Abschnitte. Ob das für dein Angebot passt, klärt der Artikel dazu, ob für deine Firma ein Onepager reicht.

Wann sich eine Zusatzseite lohnt

Zusatzseiten sind nur sinnvoll, wenn du echtes Material für sie hast und sie aktuell hältst. Woran du das erkennst, zeigt die Tabelle.

Seite Lohnt sich, wenn … Lass sie weg, wenn … Pflegeaufwand
Referenzen du Projekte mit Freigabe und Material wie Fotos oder Kundenzitaten zeigen kannst nichts freigegeben ist mittel, bei jedem neuen Projekt
Blog oder Ratgeber jemand regelmäßig schreibt und deine Kunden wiederkehrende Fragen haben absehbar nur wenige Beiträge entstehen hoch, laufend
FAQ es echte Fragen vor der Anfrage gibt, etwa zu Ablauf, Einzugsgebiet oder Terminen du Fragen erfinden müsstest gering, bei Änderungen
Karriere du aktiv oder regelmäßig Personal suchst es keine offenen Stellen gibt mittel, bei jeder Stelle

Fehlt eine Seite, verschwindet ihr Inhalt nicht ganz. Einzelne Kundenstimmen passen auf die Leistungsseiten. Wiederkehrende Fragen auch, und zwar an die Stelle, an der sie auftauchen. Suchst du gerade niemanden, reicht auf „Über uns“ ein Satz, dass Bewerbungen willkommen sind.

Seiten für einzelne Standorte lohnen sich nur, wenn du für jeden Ort echte eigene Inhalte hast, etwa ein eigenes Team oder eigene Öffnungszeiten. Eine 404-Seite erscheint, wenn jemand eine falsche Adresse aufruft. Die richtest du einmal ein und verlinkst darauf Startseite und Kontakt.

Newsletter-Anmeldung, Lead-Magnet oder Media-Kit stammen aus Listen für Creator. Für eine typische Firmenwebsite brauchst du sie meist nicht.

Eine Zielzahl für Seiten oder Wörter brauchst du auch nicht. Laut Google spielt die Länge eines Inhalts allein für das Ranking keine Rolle, und es gibt kein Mindest- oder Höchstziel für Wörter.

So schreibst du deine eigene Seitenliste

Leg zuerst in einem Satz fest, welche Handlung auf deiner Website zählt. Das kann eine Anfrage sein, ein Anruf, eine Terminbuchung oder eine Bewerbung. Danach bekommt jede geplante Seite eine Zeile, auf Papier oder in einer Tabelle, etwa in Google Sheets. Jede Zeile beantwortet fünf Punkte:

  • Wie heißt die Seite im Menü?
  • Welche Frage will ein Besucher dort beantwortet haben?
  • Zu welcher Handlung soll die Seite führen?
  • Ist sie Pflicht, Kern oder optional mit erfüllter Bedingung?
  • Wer hält sie aktuell?

Danach streichst du. Eine Seite ohne Besucherfrage oder ohne jemanden, der sie pflegt, fliegt raus oder wird ein Abschnitt auf einer anderen Seite. Was übrig bleibt, ist die Struktur deiner Website.

Sagen wir, ein kleiner Stuckateurbetrieb will Anfragen für Angebote. Seine Liste umfasst die Startseite und je eine Seite für Innenputz und Fassaden. Dazu kommen Über uns, Kontakt, Impressum und Datenschutzerklärung. Die Fassade bekommt eine eigene Seite, weil Fassadenkunden andere Fragen haben, etwa zu Gerüst und Wetter.

Referenzen kommen dazu, weil der Inhaber Vorher-nachher-Fotos mit Freigabe der Kunden hat und neue Projekte selbst einstellt. Blog und Karriere fallen weg: Niemand hat Zeit zum Schreiben, und es gibt keine offenen Stellen.

Füll die Liste aus, auch wenn einzelne Zeilen noch Lücken haben. Sie ist die Grundlage für deine Texte und für jedes Briefing an einen Webdesigner. Ein Test zum Schluss: Kannst du zu jeder Seite in einem Satz sagen, welche Frage ein Besucher dort beantwortet haben will, und wer sie nächstes Jahr noch pflegt? Fehlt eine der beiden Antworten, ist es ein Abschnitt und keine Seite.

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