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Lokal bei Google gefunden werden: Was wirklich zählt

Lokal bei Google gefunden werden: Was Google bei Suchen mit Ort bewertet und welche Hebel du als Handwerker oder Dienstleister selbst in der Hand hast.

Smartphone in der Halterung eines Gartenbau-Transporters zeigt die Google-Suche „Gartenpflege Göttingen“ mit Karte und drei Betrieben

Jemand in deiner Gegend sucht bei Google nach genau dem, was du anbietest. Taucht dann dein Betrieb auf, oder der Wettbewerber am anderen Ende der Stadt?

Lokal bei Google gefunden wirst du, wenn drei Dinge zusammenkommen. Dein Angebot passt zur Suche. Du bist nah genug am gesuchten Ort. Und dein Betrieb ist in der Region bekannt. Agenturen nennen das Local SEO.

Beeinflussen kannst du vor allem Passung und Bekanntheit. Dafür sorgen ein vollständiges Unternehmensprofil, echte Bewertungen und Erwähnungen aus der Region. Dazu kommt deine Website mit Leistungsseiten, die dein Einsatzgebiet nennen. Wer nach Leistung und Ort sucht, findet auf so einer Seite genau die Antwort auf seine Frage.

Wonach Google lokale Ergebnisse auswählt

Google nennt in seiner Hilfe drei Faktoren für lokale Ergebnisse: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Wie stark die einzelnen Faktoren zählen und wie lange etwas dauert, sagt Google nicht. Prozentwerte oder Versprechen wie „in wenigen Wochen ganz oben“ kommen also nicht von Google.

Faktor Was er bedeutet Dein Einfluss
Relevanz Wie gut dein Unternehmensprofil zur Suche passt ja, über vollständige und aktuelle Angaben im Profil
Entfernung Wie weit du vom Suchenden oder vom gesuchten Ort entfernt bist keiner
Bekanntheit Ergibt sich unter anderem aus verweisenden Websites und Rezensionen ja, über Bewertungen und Erwähnungen aus der Region

Ein besseres Ranking lässt sich laut Google nicht gegen Bezahlung einfordern. Verspricht dir jemand einen garantierten Platz in Google Maps, sei skeptisch. Google empfiehlt außerdem, das Unternehmensprofil zu verifizieren und die Angaben vollständig und aktuell zu halten. Damit fängt alles an.

Name, Adresse und Telefon überall gleich

Einheitliche Angaben sorgen dafür, dass Kunden an jeder Stelle denselben Betrieb mit denselben Daten finden. Ob und wie stark das ins Ranking eingeht, sagt Google nicht. Einen Auftrag kosten dich widersprüchliche Daten aber spätestens dann, wenn jemand die alte Nummer wählt.

Beim Namen sind Googles Richtlinien eindeutig. Er soll so lauten wie auf Schild und Briefpapier, ohne zusätzliche Suchbegriffe. Aus „Müller Elektrotechnik“ wird im Profil also nicht „Müller Elektrotechnik – Elektriker Musterstadt“. Als Telefonnummer verlangt Google eine lokale Nummer statt einer Hotline.

Leg einmal eine verbindliche Schreibweise fest und vergleich sie mit diesen Stellen:

  • Impressum, Footer und Kontaktseite deiner Website
  • dein Google-Unternehmensprofil
  • die Branchenverzeichnisse, in denen du eingetragen bist
  • deine Social-Media-Profile
  • dein Eintrag bei Kammer oder Innung
  • deine E-Mail-Signatur

Typische Abweichungen sind „Str.“ neben „Straße“ oder eine Telefonnummer mal mit Ländervorwahl, mal ohne. Schwerer wiegen Einträge, die du vor Jahren angelegt hast. Einen Umzug, eine neue Nummer oder einen neuen Firmennamen bekommen sie nicht von selbst mit.

Auf der Website kann dein Webdesigner Name und Adresse zusätzlich als strukturierte Daten hinterlegen. Das ist ein maschinenlesbarer Baustein im Code, bei Google unter dem Typ LocalBusiness beschrieben. Google garantiert allerdings nicht, dass daraus eine besondere Darstellung in der Suche wird. Dieser Baustein ergänzt einheitliche Daten, er ersetzt sie nicht.

Wenn du beim Kunden arbeitest: Adresse und Einzugsgebiet

Empfängst du an deiner Adresse keine Kunden, entfernst du sie laut Google aus dem Profil und legst stattdessen ein Einzugsgebiet fest. Empfängst du Kunden und fährst zusätzlich zu ihnen raus, bleibt die Adresse sichtbar und du ergänzt ein Einzugsgebiet. Das Gebiet gibst du über Städte, Postleitzahlen oder Regionen an, mit höchstens 20 Einträgen. Laut Googles Richtlinien soll es nicht weiter als etwa zwei Autostunden von deinem Standort reichen.

Ein Einzugsgebiet beschreibt nur, wo du arbeitest. Die Entfernung bleibt trotzdem ein Faktor. Ein großzügig gesetztes Gebiet bringt dir deshalb nicht automatisch Sichtbarkeit in jedem Ort darin. Setz es so, wie du tatsächlich hinfährst, und nenn dieselben Orte auf deiner Website.

Leistungsseiten, die dein Einsatzgebiet nennen

Wer „Wallbox installieren“ plus Ort sucht, will auf einer Seite landen, die genau davon handelt. Ein Stichpunkt auf einer Sammelseite „Leistungen“ reicht dafür nicht. Jede Hauptleistung braucht deshalb eine eigene Seite. Hast du bisher nur eine einzige Seite, klär zuerst, ob ein Onepager für deine Firmenwebsite reicht.

Auf jede Leistungsseite gehören vier Bausteine:

  • was du genau machst und für wen
  • dein Einsatzgebiet in ganzen Sätzen: Orte, Landkreis, bei Bedarf die Anfahrt
  • der Ablauf von der Anfrage bis zum Abschluss
  • der Kontaktweg, mit exakt denselben Angaben wie überall sonst

Nimm einen Elektrobetrieb, der Wallboxen installiert. Auf seiner Seite dazu schreibt er nicht „in der Region“. Er nennt seinen Sitz, den Landkreis und die Nachbarorte, in die er regelmäßig fährt. Dazu erklärt er, wie der Termin vor Ort abläuft und welche Angaben er vorab braucht.

So beantwortet die Seite die Fragen von jemandem, der genau dort eine Wallbox will. Gleichzeitig nennt sie die Orte, nach denen gesucht wird.

Die Grenze liegt bei austauschbaren Ortsseiten. Google beschreibt in seinen Spamrichtlinien Brückenseiten unter anderem als mehrere Seiten, die auf bestimmte Regionen oder Städte ausgerichtet sind und Nutzer letztlich zur selben Seite führen. Viele fast gleiche Seiten mit wechselndem Ortsnamen rücken genau in diese Nähe.

Laut Googles SEO-Startleitfaden sollen Inhalte für Leser hilfreich und zuverlässig sein. Schreib deine Leistungsseiten deshalb für Kunden aus deinem Einsatzgebiet, nicht auf eine Keyword-Dichte hin.

Bewertungen und Erwähnungen aus der Region

Du darfst Kunden bitten, ihre echte Erfahrung zu bewerten. Laut Googles Richtlinien für nutzergenerierte Inhalte sind aber Anreize wie Rabatte oder Gratisleistungen verboten. Ebenso verboten ist es, negative Bewertungen zu verhindern oder gezielt um positive zu bitten.

Manche Ratgeber empfehlen, gezielt die zufriedenen Kunden anzusprechen. Genau das ist aber gezieltes Bitten um positive Bewertungen. Frag deshalb alle Kunden nach dem Auftrag auf dieselbe Weise. Auch ungewöhnliche Mengen oder Muster fallen unter Googles Verbote, darum ist eine laufende Routine besser als eine einmalige Sammelaktion.

So könnte deine Nachricht nach dem Auftrag aussehen:

Vielen Dank für den Auftrag. Eine ehrliche Bewertung auf Google hilft anderen bei ihrer Entscheidung, ob sie positiv oder kritisch ausfällt.

Darunter setzt du den direkten Link zu deinem Profil. Google empfiehlt außerdem, auf Rezensionen zu antworten. Auf kritische genauso: sachlich, kurz und mit einem Angebot, die Sache zu klären.

Neben Rezensionen tragen verweisende Websites zur Bekanntheit bei. Für einen regionalen Betrieb sind das realistisch das Mitgliederverzeichnis von Kammer oder Innung und Partnerlisten von Herstellern oder Lieferanten. Dazu kommen Vereine, die du unterstützt, und Berichte der Lokalpresse.

Bei Branchenverzeichnissen reichen wenige passende Einträge mit korrekten Daten. Masseneintragungen schaffen vor allem neue Stellen, an denen deine Angaben veralten.

Womit du anfängst

Hast du wenig Zeit, geh in dieser Reihenfolge vor:

  1. Eine verbindliche Schreibweise für Name, Adresse und Telefon festlegen und Website, Profil und die wichtigsten Einträge angleichen.
  2. Im Profil prüfen, ob Adresse und Einzugsgebiet zu deiner Arbeitsweise passen.
  3. Auf bestehenden Leistungsseiten das Einsatzgebiet nennen und fehlende Leistungsseiten anlegen.
  4. Die Bitte um eine Bewertung nach jedem Auftrag fest einplanen.
  5. Nach und nach echte Verweise aus der Region aufbauen.

Die ersten beiden Schritte gehen schnell und räumen Widersprüche aus. Die Leistungsseiten brauchen mehr Arbeit. Dafür bleiben sie dauerhaft nutzbar: Wer über Suche, Profil oder Empfehlung kommt, findet dort Leistung und Einsatzgebiet auf einen Blick.

Wirst du gefunden und bekommst trotzdem kaum Anfragen, liegt das Problem woanders. Dann lohnt sich ein Blick darauf, warum Besucher sich nicht melden.

Öffne Impressum, Footer und dein Unternehmensprofil nebeneinander und vergleich Name, Adresse und Telefonnummer Zeichen für Zeichen. Gibt deine Website keine eigenen Leistungsseiten her, baue ich sie dir gern mit Einsatzgebiet auf.

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