Für viele kleine Firmenwebsites reicht ein Baukasten wie Wix oder Framer. Das gilt vor allem, wenn deine Seite aus wenigen Seiten wie Leistungen, Referenzen, Team und Kontakt besteht und sich nur ab und zu etwas ändert. Hosting, Technik und Updates übernimmt dann der Anbieter, und du kümmerst dich um die Inhalte. WordPress wird sinnvoll, wenn regelmäßig viele Inhalte entstehen, mehrere Personen redaktionell arbeiten, du spezielle Funktionen oder Schnittstellen brauchst oder Hosting und Daten selbst in der Hand haben willst.
Der Pauschalrat „nimm WordPress“ trägt deshalb genauso wenig wie „ein Baukasten reicht immer“. Viele Vergleiche im Netz stammen außerdem von Agenturen, Hostern oder Anbietern, die ein bestimmtes System verkaufen. Hilfreicher als die Frage nach dem besten Tool sind zwei andere: Wer kümmert sich um was? Und wie abhängig willst du dich machen?
Drei Modelle, nicht zwei: Baukasten, WordPress.com und eigenes WordPress
Hinter „WordPress“ stecken zwei sehr verschiedene Betriebsmodelle. Dieser Unterschied entscheidet über deinen Aufwand mehr als die Wahl zwischen einzelnen Tools.
Gehosteter Baukasten (Wix, Framer): Du mietest Software und Server in einem. Wix schreibt im eigenen Hilfe-Center, dass eine Wix-Website auf den Servern von Wix laufen muss. Plattform, Hosting und technische Updates liegen beim Anbieter. Du verantwortest Inhalte, Einstellungen und alle Dienste, die du einbindest.
WordPress.com: Das ist gehostetes WordPress. Laut WordPress.com sind Managed Hosting, automatische Core-Updates und SSL für die Domain enthalten. Backups selbst wiederherstellen kannst du laut WordPress.com erst ab dem Business-Tarif; in den kleineren Tarifen bleibt dir der eigene Export.
Selbst gehostetes WordPress: Die kostenlose Software von WordPress.org läuft bei einem Hoster deiner Wahl. Damit hast du die meiste Kontrolle, aber auch die meiste Verantwortung. Laut offizieller Dokumentation werden kleinere Wartungs- und Sicherheitsversionen standardmäßig automatisch eingespielt, bei neuen Installationen ab Version 5.6 auch große Versionen. Plugins und Themes aktualisieren sich dagegen standardmäßig nicht von selbst, außer bei kritischen Sicherheitslücken. Vor Updates wird ein Backup empfohlen. Dazu kommt die Serverumgebung: WordPress.org empfiehlt PHP 8.3 oder neuer, MySQL 8.0 oder MariaDB 10.11 oder neuer und HTTPS. Für dich heißt das: Jemand muss Versionen und Hosting im Blick behalten. Das kannst du selbst sein, eine Mitarbeiterin oder ein Dienstleister.
| Aufgabe | Baukasten (Wix, Framer) | WordPress.com | Eigenes WordPress |
|---|---|---|---|
| Hosting und Server | Anbieter | Anbieter | Hoster; Einrichtung und Versionen: du oder Dienstleister |
| Updates | Anbieter | Core laut Anbieter automatisch | Core teils automatisch; Plugins und Themes: du oder Dienstleister |
| Backups | beim Anbieter klären; eigene Kopie deiner Texte und Bilder: du | selbst wiederherstellen erst ab Business; darunter eigener Export | du oder Dienstleister, vor jedem Update |
| AVV prüfen und abschließen | du, mit dem Anbieter | du, mit dem Anbieter | du, mit deinem Hoster |
| Inhalte, Einwilligung, Datenschutzerklärung | du | du | du |
Wer pflegt die Seite, und was muss sie wirklich können?
Bevor du über Systeme nachdenkst, lohnt sich eine ehrliche Bestandsaufnahme. Wer ändert die Inhalte: du selbst, eine Mitarbeiterin oder ein Dienstleister? Wie oft passiert das? Welche Inhaltstypen gibt es neben den normalen Seiten, etwa Projekte, Referenzen, Stellenangebote oder News? Und welche Funktionen brauchst du tatsächlich: ein Kontaktformular, eine Terminbuchung, mehrere Sprachen oder eine Schnittstelle zu deiner Branchensoftware?
An diesen Antworten zeigen sich die Grenzen der Tarife. Framer begrenzt laut Preisseite (Stand 25.09.2026) Seiten und CMS-Inhalte je Plan. Basic erlaubt 30 Seiten, 2 CMS-Collections und 1.000 Einträge. Collections sind Inhaltstypen wie „Projekte“. Pro erlaubt 150 Seiten, 10 Collections und 2.500 Einträge. Jeder zusätzliche Editor-Platz kostet 20 US-Dollar im Monat. Das wird relevant, sobald mehrere Personen die Seite pflegen. Bei WordPress.com kannst du laut Preisseite (Stand 25.09.2026) in allen bezahlten Tarifen Plugins installieren. Ob ein bestimmtes Plugin dort läuft, prüfst du am besten vor dem Abschluss.
Zwei hypothetische Beispiele zur Einordnung: Ein Architekturbüro hat rund zehn Seiten, eine Projektgalerie und ein Kontaktformular, und die Inhaberin aktualisiert die Seite zweimal im Jahr. Dafür ist ein Baukasten gut geeignet. Anders sieht es bei einem Handwerksbetrieb aus, der laufend Stellen ausschreibt, bei dem drei Personen Inhalte pflegen und die Website an ein externes Buchungssystem angebunden werden soll. Hier spricht mehr für WordPress, weil sich Redaktion, eigene Inhaltstypen und Schnittstellen dort flexibler abbilden lassen.
Falls du die Seite mit KI-Unterstützung selbst bauen möchtest: Was das leisten kann und wo die Grenzen liegen, klärt der Artikel „Firmenwebsite mit KI selbst erstellen: Reicht das?“. An der Systemfrage ändert das wenig.
Laufende Kosten und Zeitaufwand
Rechne nicht nur mit dem Abo. Typische laufende Kosten sind:
- das Abo pro Website
- zusätzliche Bearbeiter
- kostenpflichtige Apps oder Plugins
- die Domain
- E-Mail-Postfächer
- Hosting
- die Zeit für die Pflege oder ein Wartungsvertrag, der dir diese Arbeit abnimmt
Die Tabelle nennt einige Preisanker von den Anbieterseiten. Die aktuellen Preise prüfst du vor dem Abschluss immer direkt beim Anbieter.
| Modell | Preisanker | Stand und Hinweis |
|---|---|---|
| Framer | Basic 10 $, Pro 30 $ pro Monat; Editor-Platz 20 $ pro Monat | Preisseite, abgerufen am 25.09.2026; US-Dollar; ob der Betrag für jährliche oder monatliche Zahlung gilt und welche Steuern anfallen, beim Abschluss prüfen; eigene Domain bei jährlicher Zahlung kostenlos |
| WordPress.com | Personal 48 $, Premium 96 $, Business 300 $ pro Jahr | Preisseite, abgerufen am 25.09.2026, bei jährlicher Zahlung, zzgl. Steuern; in US-Dollar angezeigt, den Euro-Betrag beim Abschluss prüfen |
| Wix | keine feste Zahl | Preise laut Wix-Hilfe-Center je nach Region unterschiedlich; maßgeblich ist der Betrag auf der Wix-Preisseite beim Abschluss |
| Eigenes WordPress | Software kostenlos | Kosten für Hosting, eventuell Premium-Themes und -Plugins, Pflegezeit oder Wartungsvertrag |
Der größte Unterschied liegt beim Zeitaufwand. Beim Baukasten und bei WordPress.com pflegst du vor allem Inhalte. Bei selbst gehostetem WordPress kommen regelmäßige Plugin- und Theme-Updates dazu, außerdem Backups und die Kontrolle, ob danach noch alles funktioniert. Diese Arbeit verschwindet nicht, wenn sie niemand einplant. Sie bleibt dann einfach liegen. Eigenes WordPress lohnt sich deshalb nur, wenn klar ist, wer diese Zeit aufbringt oder bezahlt.
Später wechseln: Was du mitnehmen kannst und was nicht
Bei einem Wechsel geht es um drei Dinge: die Inhalte, das Design mit seinen Funktionen und die Domain. Hier unterscheiden sich die Modelle deutlich.
Wix: Laut Wix-Hilfe-Center kannst du eine Wix-Website weder exportieren noch bei einem anderen Anbieter hosten. Deine Inhalte gehören dir, und die Domain kannst du extern verwalten oder zu einem anderen Anbieter umziehen. Die Website selbst musst du bei einem Wechsel aber neu aufbauen.
Framer: Hier ist die Lage derzeit widersprüchlich. Zwei Hilfeartikel von Framer, beide am 15.09.2026 aktualisiert, sagen Gegensätzliches. Laut dem einen kannst du die veröffentlichten Dateien, also HTML, CSS, JavaScript und Assets, jederzeit herunterladen und bei einem anderen Hoster betreiben. Laut dem anderen bietet Framer keinen HTML-Export zum Selbsthosten an, weil veröffentlichte Seiten auf die Framer-Infrastruktur angewiesen sind. CMS-Inhalte lassen sich laut Framer per Plugin als CSV oder JSON exportieren. Wenn dir ein späterer Umzug wichtig ist, klär die Exportmöglichkeit vor der Entscheidung direkt mit Framer und probier sie mit einer Testseite aus.
WordPress: Das Export-Werkzeug erzeugt eine Datei mit Beiträgen, Seiten, eigenen Inhaltstypen, Feldern, Kategorien, Kommentaren und Nutzern. Diese Datei lässt sich in eine andere WordPress-Installation importieren. Theme, Designanpassungen und Plugins stecken aber nicht in dieser Datei. Ziehst du mit der Exportdatei um, richtest du sie neu ein. Einen Umzug zu WordPress.com unterstützt WordPress.com laut eigener Hilfe; für die vollständige Übernahme mit Plugins und Themes nennt es den Business- oder Commerce-Tarif. Wenn du WordPress ganz verlässt, baust du das Design ohnehin neu.
Unabhängig vom System gilt: Registriere die Domain unter deinem eigenen Konto, archiviere Texte und Bilder zusätzlich selbst und dokumentiere alle Zugänge. Dann bleibt ein Wechsel ein planbares Projekt statt einer Notlösung. Wenn du schon eine Website hast und über einen Systemwechsel nachdenkst: Praktisch ist das oft ein Relaunch. Ob sich Optimieren oder ein Relaunch lohnt, klärt der Artikel „Website optimieren oder Relaunch? Entscheidungshilfe“.
Datenschutz: Was du bei jedem System selbst prüfen musst
Kein System ist automatisch DSGVO-konform. Wix schreibt selbst, dass die Einhaltung in der Verantwortung jedes Website-Eigentümers liegt und seine Hinweise dazu keine Rechtsberatung sind. Das gilt für jedes Modell: Verantwortlich bist du als Betreiberin oder Betreiber. Diese Punkte gehören auf deine Liste:
- Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV): Wix stellt einen AVV im Hilfe-Center bereit. Framers Data Processing Addendum benennt dich als Verantwortlichen und Framer B.V. (Niederlande) als Auftragsverarbeiter. Bei selbst gehostetem WordPress klärst du den AVV mit deinem Hoster.
- Hosting und Drittlandübermittlung: Wo liegen die Daten, und auf welcher Grundlage werden sie gegebenenfalls außerhalb der EU verarbeitet? Framer nennt Amazon Web Services als Hosting. Als Grundlage für die Übermittlung nennt Framer das Data Privacy Framework bzw. Standardvertragsklauseln.
- Unterauftragsverarbeiter: Wer ist noch beteiligt? Wix veröffentlicht eine Liste im Hilfe-Center, Framer verweist auf sein Trust Center.
- Eingebundene Dienste: Karten, Videos, externe Schriften, Statistik und Buchungstools sind oft der eigentliche Knackpunkt für Einwilligung und Datenschutzerklärung. Das gilt bei jedem System.
- Datenschutzerklärung: Sie muss zu dem passen, was deine Seite tatsächlich einbindet.
Bist du unsicher, etwa bei einer Terminbuchung für eine Praxis, hol dir fachkundigen rechtlichen Rat.
So entscheidest du, und das sind die nächsten Schritte
Ein Baukasten passt, wenn deine Seite überschaubar ist, es nur wenige Inhaltstypen gibt, eine oder zwei Personen sie pflegen, keine speziellen Schnittstellen nötig sind und du dich nicht um Technik kümmern willst. Welcher Baukasten es wird, findest du am besten beim Ausprobieren heraus. Gestaltungsfreiheit, Bedienung und die benötigten Zusatzfunktionen lassen sich im eigenen Test besser beurteilen als in jedem Vergleich.
WordPress.com passt, wenn du mit WordPress arbeiten und Plugins nutzen willst, aber keinen Server pflegen möchtest. Achte dabei auf die Tarifgrenzen von oben.
Selbst gehostetes WordPress passt, wenn dein Bedarf über Baukasten und WordPress.com hinausgeht, wie in der Kurzantwort oben beschrieben. Voraussetzung ist, dass Updates, Backups und Kontrollen verbindlich geregelt sind, intern oder per Wartungsvertrag.
Deine nächsten Schritte:
- Liste Seiten, Inhaltstypen und Funktionen auf, die deine Website wirklich braucht.
- Lege fest, wer die Inhalte pflegt und wer für die Technik verantwortlich ist.
- Sichere die Domain unter deinem eigenen Konto.
- Prüfe aktuelle Preise, Tarifgrenzen und den AVV direkt beim Anbieter.
- Teste das System mit ein oder zwei echten Seiten, bevor du alle Inhalte einpflegst.
Du willst die Umsetzung abgeben oder suchst eine Einschätzung, die nicht an ein bestimmtes System gebunden ist? Dann schick mir deine Liste aus Schritt 1. Die Systemfrage klären wir gemeinsam in der Beratung, sie muss vorher nicht entschieden sein.

